DEA Deutsche Eliteakademie

Akademienachrichten: Marktrückzug des neuen Antidepressivums Vortioxetin

Veröffentlicht am Dienstag 20 September 2016 09:10:39 von rschilke,
Bericht von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Gerd Laux, Prof. Dr. med. Drs. h.c. Hans-Jürgen Möller, IEP: Trotz des hohen Bedarfs an neuen Psychopharmaka mit besserer Wirksamkeit z. B. auf bestimmte Zielsymptome und/oder besserer Verträglichkeit wurden in den letzten Jahren fast keine neuen Substanzen eingeführt. Soeben meldet Lundbeck den Marktrückzug des neuen multimodalen Antidepressivums Vortioxetin. Hintergrund ist, dass mit dem Inkrafttreten des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) der Hersteller beim gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ein Dossier einreichen muss, mit dem er im Vergleich zu einer festgelegten sog. „zweckmäßigen Vergleichstherapie“ (zVT, d.h. zumeist preisgünstigstes Generikum) für die neue Substanz einen „Zusatznutzen“ zu belegen hat. Das AMNOG-Verfahren ist ein sehr formales und methodisch betriebenes Verfahren. Von Biometrikern und Statistikern ausgewählte kontrollierte Studien mit theorielastigen Kriterien werden für die Entscheidung herangezogen, klinische Gesichtspunkte werden überwiegend ausgeblendet, praktischer Behandlungserfahrung kommt kein Stellenwert zu, nur randomisierte, möglichst Placebo-kontrollierte Doppel-Blind-Studien finden Berücksichtigung. Bei der Festlegung der Vergleichstherapie werden generische Präparate bevorzugt berücksichtigt. AMNOG sieht die Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften nur nachrangig vor. Aufgrund des stark formalisierten Bewertungsprozesses - Zwang zur standardisierten zVT, die einen individuellen Zusatznutzen nicht vorsieht, kaum Berücksichtigung von Leitlinien, keine klinisch relevanten Endpunkt-Definitionen, keine Subgruppen-Analysen, kann keine adäquate Beurteilung des Zusatznutzens innovativer Arzneimittel erfolgen. Die Depression ist eine komplexe Erkrankung mit Subtypen, verschiedenen Leit- und Zielsymptomen. Die heterogenen Patienten-Kollektive egalisieren sich aufgrund der Einheits-Studiendesigns. Im Bewertungsverfahren werden nur globale Mittelwerte ohne klinische Bewertungsaspekte berücksichtigt.

Pressemitteilungen der DEA: Passive Sterbehilfe: Der Patientenwille entscheidet

Veröffentlicht am Mittwoch 07 September 2016 08:44:22 von rschilke,
Der Verein Medizinrechtsanwälte unter dem Vorsitz von Dr. Thomas Motz teilte uns zu dieser Thematik Nachfolgendes mit. Seit Ende 2015 verbietet der neue Paragraph 217 StGB die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung. Rechtsanwalt Wolfgang Putz zufolge ändert das allerdings nichts daran, dass Suizidbeihilfe ansonsten rechtmäßig sein kann. Putz ist Rechtsanwalt für Medizinrecht und Mitautor des Buches „Patientenwille am Ende des Lebens“. Auf dem 17. Deutschen Medizinrechtstag am 23. und 24. September 2016 in Berlin erläutert er die Rolle von Ärzten und Anwälten bei der Sterbehilfe. „Da Suizid keine Straftat ist, ist auch die Beihilfe zum Suizid kein Tatbestand“, sagt Putz. Einen Verbotstatbestand der Suizidhilfe im Strafgesetzbuch gebe es seit 1871 nicht mehr. Heute tendiere das Medizinrecht in die Gegenrichtung: Äußere ein Patient einen freiverantwortlichen und wohlerwogenen Willen zu sterben, sei es sogar rechtswidrig, wenn Ärzte ihn daran hindern oder ihn später retten. „Ärzte müssen lebenserhaltende Maßnahmen dann beenden, also zum Beispiel Beatmungsmaschinen abschalten“, erklärt der Rechtsanwalt. „Sie dürfen grundsätzlich auch dabei helfen, eine Selbsttötung vorzubereiten. Doch hier kommt es seit dem Inkrafttreten von § 217 StGB zu gefährlichen Grauzonen!“

Pressemitteilungen der DEA: Zurück zu konservativen Therapien

Veröffentlicht am Dienstag 30 August 2016 08:42:29 von rschilke,
Die Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen teilte uns mit, dass konservative Therapien oft wirkungsvoller als manche High-Tech-Operationen wären. 280.000 Wirbelsäulenoperationen und 400.000 Operationen zum Einsatz von künstlichen Knie- und Hüftgelenken wurden im vergangenen Jahr in Deutschland durchgeführt. Das ist Weltrekord im internationalen Vergleich. Deshalb plädieren jetzt Orthopäden und Unfallchirurgen für ein Umdenken und eine Rückbesinnung auf bewährte konservative Behandlungsmethoden zur Vermeidung von chirurgischen Eingriffen. „Konservative Therapien helfen selbst bei massiven Rückenschmerzen oft besser als ein chirurgischer Eingriff“, sagte Prof. Dr. Joachim Grifka, ärztlicher Direktor des Orthopädischen Universitätsklinikums Bad Abbach und einer der Präsidenten der diesjährigen Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen in Baden-Baden.

Pressemitteilungen der DEA: Vitamin-B12-Mangel vorbeugen

Veröffentlicht am Dienstag 23 August 2016 09:38:36 von rschilke,
Eine chronische Unterversorgung mit dem Vitamin B12 geht nicht nur mit unspezifischen Symptomen wie Abgeschlagenheit und gelegentlichen Magen-Darmbeschwerden einher, sondern auch mit Blutbildveränderungen sowie neurologischen und psychiatrischen Störungen. Zwischenzeitlich ist sogar das erhöhte Risiko für Alzheimer Demenz bei einem Vitamin-B12-Mangel belegt. Vitamin B12 zählt zu den essentiellen Vitaminen. Der Tagesbedarf ist durch eine normale Mischkost in der Regel einfach zu decken. Eine Unterversorgung droht im Besonderen älteren Personen aufgrund von Resorptionsstörungen sowie Vegetariern und Veganern.

Pressemitteilungen der DEA: Freier Arztberuf mit immer tieferen staatlichen Eingriffen

Veröffentlicht am Dienstag 16 August 2016 08:48:14 von rschilke,
Auf dem Kongress Freier Ärzte wurde harte Kritik geübt an den immer tieferen staatlichen Eingriffen in die ambulante Medizin. Der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Udo Di Fabio sprach von einer gelenkten Marktwirtschaft im Gesundheitssystem. Einerseits seien die Honorare für ärztliche Leistungen gedeckelt, andererseits seien die freiberuflichen Praxisärzte aber unternehmerisch tätig. Aus Sicht des Verfassungsrechtlers Udo Di Fabio ist die Berufsfreiheit des Arztes zwar ein besonders wichtiges Gut, doch der Kostenaspekt sei ebenfalls von hoher Bedeutung und werde in der Abwägung vom Gesetzgeber als noch höherwertig eingeschätzt. Di Fabio sprach hier vom „Prototyp der gelenkten Marktwirtschaft“. Die ärztliche Tätigkeit als freier Beruf werde an den Rand gedrängt. Das Honorarbudget erinnere ihn an eine Comedy-Show, so Di Fabio: „Entweder ich bin angestellt oder ich bin selbständig, dann kann ich aber auch alle Leistungen abrechnen. Ein Bäcker verschenkt doch auch nicht die Hälfte seiner Brötchen“.