DEA Deutsche Eliteakademie

Pressemitteilungen der DEA: Gerontopsychopharmakologie - Psychopharmakotherapie im höheren Lebensalter

Veröffentlicht am Mittwoch 17 September 2014 07:59:15 von rschilke,


Gerontopsychopharmakologie - Psychopharmakotherapie im höheren Lebensalter

von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Gerd Laux,  IEP

Auf Grund der soziodemografischen Entwicklung gewinnt die Psychopharmakotherapie im höheren Lebensalter zunehmend an Bedeutung. Etwa 1/4 der über 65-jährigen ist behandlungsbedürftig psychisch krank, ca. 25 % der über 70-jährigen nimmt dauerhaft Psychopharmaka ein, mehr als 50 % der Bewohner von Altenheimen bekommen Psychopharmaka. 80-jährige erhalten pro Tag 3- bis 4-mal so viele Psychopharmaka wie 40- bis 50-jährige und ca. 10-mal so viele wie 20- bis 30-jährige.

Zu den Besonderheiten der Therapie mit Psychopharmaka im höheren Lebensalter zählen u. a. die verstärkte Arzneimittelwirkung, die höhere Empfindlichkeit für unerwünschte Arzneimittelwirkungen und vor allem angesichts der Polypharmazie in Folge Multimorbidität die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Altersbedingt kommt es zu physiologischen Veränderungen, die Auswirkungen auf pharmakokinetische und pharmakodynamische Parameter haben. Hierzu zählen die Resorption, die Verteilung und die Elimination der Medikamente. Des Weiteren besteht eine erhöhte Sturzgefahr, zu geringe Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme kann zu Exsikkose führen, die mit Störungen der Vigilanz und Verwirrtheit einhergeht. Die Compliance (Einnahmetreue) ist vor allem bei Patienten mit kognitiven Störungen und Demenzen eingeschränkt.

 


Pressemitteilungen der DEA: Gütesiegel des Instituts für evidenzbasierte Medizin in der Psychopharmakotherap

Veröffentlicht am Donnerstag 11 September 2014 08:06:45 von rschilke,

Gütesiegel des Instituts für evidenzbasierte Medizin in der Psychopharmakotherapie (IEP) der Deutschen Eliteakademie (DEA) für das Online-Depressions-Therapieprogramm Deprexis®.

 

von
Prof. Dr. med. Gerd Laux, IEP
Prof. Dr. med. Dr. mult. H.-J. Möller, IEP

Seit einigen Jahren steht eine Vielzahl von internetbasierten Angeboten im Gesundheitssektor zur Selbsthilfe und Therapie zur Verfügung. Experten schätzen den Umfang auf mehr als 14 Milliarden Websites, wobei das Internet sowohl als Informationsmedium als auch als Kommunikationsmedium dient und deshalb über reine Informationsportale hinaus auch internetbasierte Versorgungsleistungen angeboten werden. Das Angebot an psychiatrischen Interventionen im Internet ist inzwischen immens und reicht von psychoedukativen Selbsthilfeprogrammen über moderierte Einzel- und Gruppenchats bis zu Therapieformen, bei denen Patient und Therapeut miteinander kommunizieren.

In Deutschland gibt es internetbasierte psychotherapeutische Behandlungen bislang in Form von Studien und Modellprojekten, als Bestandteil der Regelversorgung sind sie nicht zugelassen.

Vor dem Hintergrund der Häufigkeit depressiver Störungen und der bestehenden Versorgungsdefizite vor allem außerhalb von Großstädten wurden internetbasierte psychologische Depressionstherapien, zumeist basierend auf der kognitiven Verhaltenstherapie, entwickelt (Internet-basierte Cognitive  Behaviour Therapie - ICBT, 11). Die inzwischen vorliegenden Studien wurden in Reviews und Metaanalysen zusammengefasst (1, 2, 4, 5, 10).

 

Pressemitteilungen der DEA: HIV-Neuinfektionen in Deutschland steigen an

Veröffentlicht am Montag 01 September 2014 12:55:24 von rschilke,

Auch 2013 sind die Neuinfektionen im HIV-Bereich weiter angestiegen. Für 2013 wurden dem Robert-Koch-Institut etwa 3.260 gesicherte HIV-Neudiagnosen übermittelt - das sind 10 Prozent mehr als 2012.

Zwei der Ursachen dafür seien die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland sowie die Verdoppelung der Asylbewerberzahlen gegenüber dem Vorjahr, berichten RKI-Experten im neuen Aids-Jahresbericht über die Zunahme der im Ausland erworbenen HIV-Infektionen.

 


Pressemitteilungen der DEA: Institute an der DEA: Neue Metaanalyse zu Agomelatin

Veröffentlicht am Montag 25 August 2014 12:03:56 von aschilke,

Neue Metaanalyse bestätigt Agomelatin eine mit anderen modernen Antidepressiva vergleichbare Wirksamkeit

von Prof. Dr. Hans-Jürgen Möller, IEP

Immer wieder wird, insbesondere in Deutschland, darüber diskutiert, ob ein neu eingeführtes Antidepressivum eine mit bisherigen Antidepressiva vergleichbare Wirkung hat. Diese Diskussion war besonders stark vor ca. 20 Jahren, als die meisten selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (im angloamerikanischen Schrifttum SSRIs genannt) eingeführt wurden. Lange Zeit gingen u.a. auch die Empfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft in die Richtung, den traditionellen trizyklischen Antidepressiva den Vorzug vor den SSRIs zu geben, u.a. wegen vermeintlich schlechterer Wirksamkeit der SSRIs. Inzwischen hat sich diese traditionalistische Sichtweise völlig geändert und die SSRIs, u.a. insbesondere Citalopram, werden allgemein als Standard-/Referenzsubstanz angesehen.

War der Wirkungsmechanismus der SSRIs noch als selektive Fokussierung auf den serotonergen Teil des Wirkmechanismus der traditionellen trizyklischen Antidepressiva ableitbar, so hat das vor wenigen Jahren neu eingeführte Agomelatin mit seinem innovativen, primär melotonergen Wirkmechanismus keinen solchen Bezug. Umso mehr ist es verständlicherweise im Sinne der dargestellten Tradition der kritischen Hinterfragung hinsichtlich seiner Wirksamkeit ausgesetzt worden. Obwohl überzeugende Ergebnisse von einzelnen Studien vorgelegt wurde, die z.T. sogar Überlegenheit im Hauptparameter oder in einzelnen Nebenparametern im Vergleich zu anderen Antidepressiva zeigten, ist diese kritische Diskussion bis heute nicht völlig verstummt.


Pressemitteilungen der DEA: Institute an der DEA: Fahrtauglichkeit unter Psychopharmaka

Veröffentlicht am Montag 18 August 2014 11:08:25 von rschilke,

Fahrtauglichkeit unter Psychopharmaka

von Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Gerd Laux, IEP

Während für Alkohol relativ klar definierte Grenzwerte für eine Fahruntüchtigkeit bestehen, gibt es solche für Medikamente einschl. Psychopharmaka nicht. Systematische Studien zur Frage der Auswirkungen von Psychopharmaka auf psychomotorische und kognitive Leistungen in klinischen Populationen existieren nur vereinzelt; bezogen auf die Frage der Fahrtüchtigkeit stellt sich die Datenlage als noch unbefriedigender dar. Die meisten Untersuchungen wurden an gesunden jungen Probanden unter Einmaldosierungen durchgeführt und sind somit nur begrenzt auf (ältere) Patienten unter kontinuierlicher Medikamenteneinnahme übertragbar.

Eine Dauerbehandlung mit Arzneimitteln schließt die Teilnahme am Straßenverkehr nicht automatisch aus. Erst durch die Medikamenteneinnahme sind bei einer Reihe psychischer Erkrankungen die Voraussetzungen zum sicheren Führen von Kraftfahrzeugen geschaffen. Stabilisierende Wirkungen von Arzneimitteln einerseits sowie mögliche Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit andererseits, sind differenziert zu bewerten. Die arzneimittelbedingte Fahruntüchtigkeit im medizinisch-juristischen Zusammenhang ist im Einzelfall zu beurteilen. Der Psychopharmaka verordnende Arzt ist dazu verpflichtet, den Patienten über möglicherweise die Verkehrssicherheit beeinträchtigende Nebenwirkungen zu informieren und sollte dies entsprechend dokumentieren.